Altonale - grün, grüner, am grünsten

Bei strahlendem Sonnenschein ist gestern die Altonale in Hamburg zu Ende gegangen. Norddeutschlands größtes Straßenfest hat auch in ihrem 21. Jahr wieder mehr als eine halbe Million Besucher angezogen. Besucher, die essen, trinken, feiern – und dabei eine ganze Menge Müll hinterlassen. Etwa vier Tonnen Abfall häufen sich im Schnitt bei einem dreitägigen Straßenfest an (Quelle).

 Altonale_Müll.PNG © Lars Boettger

Das das auch anders geht, hat sich in diesen Tagen wieder einmal gezeigt. Seit 2011 arbeitet die Initiative altonale goes green an einem nachhaltigen Veranstaltungskonzept.

Mittlerweile gilt die Altonale als Pilotprojekt für nachhaltige Veranstaltungen in Hamburg. Und da nicht alles gleich perfekt laufen kann, haben sich die Veranstalter kurz-, mittel- und langfristige Ziele gesetzt. Etwa die Kompensation der Treibhausgasemissionen, Reduktion des Stromverbrauchs, Sensibilisierung der Besucher zu Müllreduktion und Recycling, mehr Stände für Anbieter ökologischer und fair gehandelter Lebensmittel und Konsumartikel, Verwendung von Druck- und Büromaterialien aus recyceltem Papier oder die Erhöhung der Mülltrennquote. Konkret zeigt sich das etwa in diesen Maßnahmen:

  • Komposttoiletten statt Chemietoiletten
  • Spülstation mit ökologischen Reinigungsmitteln für Mehrweggeschirr
  • Mülltrenn-Stationen für Standbetreiber und Besucher
  • Stromversorgung aus erneuerbaren Energien (Problem: Vattenfall ist Versorger aller öffentlichen Stromanschlüsse, somit wird Atom- und Kohlestrom mit unterstützt. Deshalb werden Emissionen durch z.B. "Ausgeglichen! durch NATURSTROM" ausgeglichen)
  • Merkblatt zu nachhaltigem Verhalten für alle Standbetreiber
  • Einrichten einer Fahrradgarderobe, um Anreize zu schaffen per Fahrrad anzureisen
  • Förderung der lokalen Gastronomie und von Anbietern ökologischer und fair gehandelter Lebensmittel und Getränke

Weitere Möglichkeiten wären z.B. die verpflichtende Nutzung von Mehrwegbechersystemen, wie sie bei großen Festivals oder Sportveranstaltungen schon lange verwendet werden, oder die Stromerzeugung durch Solar-Anlagen zum Betrieb der Bühnen. In kleinerem Rahmen wurde das bereits auf dem Futur2Festival erfolgreich getestet.

 F2F2018_420.PNG© Malte Metag

Zum zweiten Mal konnten sich die Altonale-Besucher in diesem Jahr auf der "Aktionsfläche vvisionsAir", einer interaktiven Ausstellung, verschiedenen Workshops sowie einem Upcycling- und Regionalwarenmarkt, über das Thema nachhaltig leben informieren.

„Wir wollen aufzeigen, dass niemand untätig die Verschlechterung von Umweltbedingungen hinnehmen muss. Es gibt so viele spannende, entspannende und vor allem praktikable Möglichkeiten, selbst zu handeln. Es geht nicht um Verzicht. Es geht um ein Umdenken – und das macht richtig Bock.“, so Anne-Kathrin Bohn, Projektleitung.

Damit Nachhaltigkeit bei der Planung von großen und kleinen Veranstaltungen in Hamburg und speziell in Altona von vornherein mitgedacht wird, bedarf es eines ganzheitlichen Konzeptes. Mit dem Klimaschutz-Fahrplan ist ein guter Anfang gemacht. Doch jetzt gilt es, konkrete Aktionen für Veranstaltungen im Bezirk Altona daraus abzuleiten.

 

Meine nächsten Aktionen zum Thema:

  • Zur Verfügung stellen von Mehrwegbechersystemen (z.B. Recup, Cup Concept, Cup to Drink) für alle Standbetreiber der Altonale
  • Anfrage zum Thema Anschlusshohheit von Vattenfall (öffentlicher Stromanschlüsse) bei der Bürgerschaftsfraktion 

 

Titelfoto: Thomas Panzau