Grüne Magistralen

In Hamburg werden dringend bezahlbare Wohnungen benötigt. Dazu plant der rot-grüne Senat die Magistraen zu entwickeln. Hier werden bei neuen Projekten bspw. möglichst nur noch Wohnungsbau mit integrierten Supermärkten anstelle von eingeschossigen Discountern genehmigt. Parallel geht es mir darum, für eine verbesserte Lebensqualität der Menschen einzustehen. Für die neu zu entwickelnden Quartieren werden mittlerweile vom Bezirksamt Maßnamen eingefordert, die zum Klimaschutz beitragen. Dabei sehe ich die Verantwortung bei der Bezirksversammlung (also auch bei mir) und dem Bezirksamt, die Rahmenbedingungen so weit wie möglich transparent und juristisch sicher zu machen.

Infos zum Klimaschutzkonzept für Altona: https://www.hamburg.de/altona/klimaschutz/
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Parallel zu Maßnahmen, die dem Klimaschutz dienen, werben wir im Planungsausschuss und im Ausschuss für regionale Stadtteilenwicklung alternative Mobilitätskonzepte für die Quartiere ein. Das integrierte Klimaschutzkonzept sieht hier schon umfassende Maßnahmen vor. Beispielsweise kann das eine Mobilitätsstation mit Leih-Lastenrädern zum Transport von Einkäufen oder Kindern zur Kita sein. Dabei kann auch das eigene Rad an so einer Mobilitätsstation repariert werden. Die Anregungen werden von den Projektentwicklern zum Teil schon in die Planung integriert, wie bspw. beim Holstenquartier oder dem Emil-Quartier an der Von-Sauer-Straße. Für die bestehenden Wohnquartiere, wie Altona-Nord, Bahrenfeld, Lurup, Osdorf, etc. fehlen diese Konzepte noch. Daran müssen wir ebenso arbeiten.

Im Planungsaussschuss gibt es schon über alle Fraktionen Einigkeit, was die oben genannten Maßnahmen betrifft. Mir persönlich geht es aber noch nicht weit genug, wenn ich an die Begrünung der Quartiere und Magistralen denke. Wenn wir in andere Länder schauen, sehen wir, dass es in vielen Städten Überlegungen gibt, die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern, obwohl mehr Wohnungen gebaut werden müssen. Dass das kein Widerspruch sein muss zeigt ein Planungsbeispiel aus London.

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Animation und Titelfoto: © Wimberly, Allison, Tong & Goo.

Zusätzlich zum integrierten Klimaschutzkonzept sind Vorgärten, Buschbepflanzungen, grüne Dächer und Fassadenbegrünung Maßnahmen für die ich mich im Planungsausschuss und der Bezirksversammlung einsetze. Ich sehe die Busch- und Fassadenbepflanzungen als elementaren Rückzugsraum für die Kleintiere in der Stadt und als riesige Luftfilter an, die auch noch gut anzuschauen sind. Nicht nur in den alten Wohnquartieren, sondern auch an den Magistralen durch Osdorf, Bahrenfeld und Lurup brauchen wir schon jetzt mehr Lebensqualität. Das wird mit den neuen Bebauungskonzepten noch wichtiger und ist parallel eine Chance, um in den Bestandsquartieren nachzuarbeiten. Im Bezirk Altona gibt es schon jetzt viel Grün und einige schöne  Lösungen in alten und neu geplanten Quartieren, aber es gibt auch noch genug zu tun. 

Es ist ein schöner Spaziergang von Ottensen, über die Neue Mitte zum Schanzenviertel gewesen, den ich am 2. Weihnachtstag mit meiner Partnerin gemacht habe. Die verschiedenen Epochen der Baukunst und Quartiersentwicklung, sowie die in der Entwicklung gelegten Schwerpunkte zeigen sich hier auf kurzer Distanz. Einige Fotos aus der etwas zu eng geplanten Neuen Mitte stelle ich als Ergebnis im Folgenden einem "alten" Quartier in Altona-Nord gegenüber.

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Neue Mitte Altona vom Lessing Tunnel aus erschlossen.

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Wenn diese Bäume mal groß sind, wird das ein schöner Rahmen für die alte Halle - und dann haben hier vielleicht auch ein paar mehr Vögel etwas zu zwitschern. Leider fehlen hier meiner Ansicht nach Büsche für die Bodenlebewesen.

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Solche Bebauungen direkt am Gehweg finde ich nicht attraktiv, weder für die Menschen noch für die Kleintiere. Richtung Hospitalstraße sieht die Welt schon ganz anders aus. Das kann man trotz winterlicher Szene erkennen: In einem alten Quartier, in dem auch das Kulturzentrum "Haus Drei" beheimatet ist, haben wir eine abwechslungsreiche Bepflanzung von Büschen und Sträuchern vor und an den Fassaden, sowie ein Insektenhotel.

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Wir können es heute bei der Quartiersentwicklung in jedem neuen Projekt besser machen und uns an Konzepten wie dem aus London oder auch in unserer näheren Umgebung inspirieren lassen. Das ist meine Motivation. Ein Spaziergang durch die Quartiere hat mir geholfen meinen Horizont zu erweitern und ein Ausflugsziel bietet die Möglichkeit das Gesehene bei einem leckeren Stück Kuchen, bspw. im Café Stenzel zu reflektieren.

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Neben dem Café am Schulterblatt fällt auf, dass das Quartier sehr vom Raum für Kfz dominiert wird. Es ruft förmlich nach einem "Schanze macht Platz" Projekt. ;-)

Es würde mich freuen, wenn Ihr Eure Routen und Eindrücke auf meiner Facebook Seite teilen mögt.


Fotos wenn nicht anders bezeichnet: Lars Boettger, Hamburg im Dezember 2019.